Wie alles begann...

Seit 1987 betreibt die Familie Brinkmann in Leer / Ostfriesland die Fahrgastschiffahrt auf den Flüssen Leda und Ems. Der Betrieb der Ausflugsfahrten hat sich ständig gewandelt und angepasst. Nach der Anschaffung der ersten Fahrgastschiffe seinerzeit von der Reederei Schreiber in Bremen hat sich das Unternehmen stets den Erfordernissen und der Nachfrage angepasst. Schiffe wurden gekauft, andere wieder verkauft und mittlerweile verfügt das Unternehmen über drei Fahrgastschiffe, das "Ems-Traumschiff Warsteiner Admiral", das "Salonschiff Hafenmusik", das "Grachtenboot Koralle", die "Ostfriesische Teestube am Hafen" im Herzen der Leeraner Altstadt und das Seebestattungsschiff "Germania" in Emden.

Die "Germania", die vormals in Hamburg als Senatsbarkasse fuhr, hatte schon vor ihrem Einsatz als Beisetzungsschiff besondere Aufgaben. Ihre elegante Ausstrahlung und die hochwertige Ausstattung machten sie zu einem Schiff für exklusive Charterfahrten, Bereisungen und herausragende Familienanlässe.

Mit der Anpassung des niedersächischen Bestattungsgesetzes im Jahre 2006 an die heute gängigen Maßstäbe an Seebestattungen wurde das Dollartgebiet für Seebestattungen freigegeben. Dieses war der Moment, an dem die "Germania" ihre neue und einzige Bestimmung als Beisetzungsschiff am Dollart fand.

Im November 2006 fand die erste Seebestattung am Dollart mit der "Germania" statt.

Die Durchführung von Seebestattungen ist natürlich ganz etwas anderes als die Durchführung von Ausflugsfahrten. Und so waren es zahlreiche freundschaftliche Verbindungen zu den lokalen Bestattungsunternehmen, die den Beginn der Seebestattungen am Dollart begleitet haben. Mit ihrer Unterstützung und ihrem fachlichen Rat konnte der Ablauf der maritimen Beisetzungen bis in jede Einzelheit immer wieder verbessert werden.

Von großem Nutzen ist es dabei, dass die "Germania" ausschließlich nur noch Seebestattungen durchführt und nicht zwischendurch für andere Fahrten eingesetzt wird. Die ganze Atmosphäre an Bord ist auf die besonders empfindsame Situation von Trauer und Gedenken ausgelegt und gibt den Angehörigen damit besonderen Halt, um ihnen diesen ohnehin schweren letzten Weg so angenehm wie möglich werden zu lassen.

Mittlerweile fährt die "Germania" schon seit über zehn Jahren regelmäßig auf den Dollart hinaus. Der Kapitän, Egon de Buhr, und seine Frau Hannelore kümmern sich liebevoll und voller Empathie um die Angehörigen. Die persönlichen Abschiedreden, die der Kapitän im Vorfeld mit der Trauerfamilie bespricht, spenden Trost und setzen einen würdevollen Rahmen in der Abschiedszeremonie mit Umrundung des Beisetzungsortes und dem traditionellen Glasen an der Schiffsglocke.